Dr. Stephanie Abke - EWE Stiftung

Team: Juliane Blohm, Sonja Grabbe Kapischke



Dr. Stephanie Abke
Das Zentrum des Exponates besteht aus der Silhouette von Frau Dr. Abke (aus Holz ausgesägt), welche auf den Händen Teller trägt. Auf diesen Tellern liegen Holzstücke, die mit Worten beschriftet sind, welche links und rechts verteilt liegen und doch paarweise zusammen gehören. Diese Figur steht auf einer Wippe, welche wiederum durch einen halbrunden Träger gehalten wird. Die Figur kann leicht nach links oder rechts geneigt werden, da die Wippe nur durch eine Rundleiste mit dem Träger verbunden ist. Der Träger wiederum ist fest mit der Bodenplatte verankert. Sowohl die Figur, als auch die Wippe und Bodenplatte wurden mit eine weißen Holzlasur gestrichen. So wurde das Exponat zwar weiß eingefärbt, aber die natürliche Holzmaserung bleibt sichtbar. Dargestellt wird diese durch eine Wippe. Im Zentrum des Exponates, auf der Mitte der Wippe befindet sich die Frau (Frau Dr. Abke), welche Teller hält, auf denen zum Beispiel auf der einen Seite „Arbeit“ und auf der anderen „Freizeit“ liegen. Mit den gewählten Begriffen sollen Merkmale (auch allgemein für Frauen in Führungspositionen wichtige) und Dinge die der Frau wichtig sind aufgegriffen werden (aus dem Interview). Wichtig ist ihr eine gute Balance zwischen „Arbeit“ und „Freizeit“ zu haben, dazu gehört es sich Freiräume für die „viel beschworene Muße“ zu schaffen, in denen an die Gelegenheit bekommt neue Gedanken entwickeln. Überschneidungen zwischen „Arbeit“ und „Freizeit“ gibt es jedoch insofern als das private Interessen sich mit beruflichen Aufgabe decken und berufliche Kontakt oft auch zu privaten wurden. „Emotionalität“ beschreibt die Neigung Leute mit ihrer Euphorie etwas zu überfallen und die Schwierigkeit die „Sachlichkeit“ zu wahren. Wobei dies aber auch vorteilhaft, da es dazu führt, dass sie Menschen für eine Sache von der sie sehr überzeugt ist gut begeistern kann. Auf der einen Seite steht die „Strukturiertheit“ (Disziplin), die zielorientiert ist aber nicht dogmatisch werden darf und auf der anderen die „Flexibilität“ auf Dinge die im Leben geschehen flexibel reagieren zu können und sich dann entsprechend zu organisieren (z.B. Studium mit Kind unter einen Hut bringen). Manchmal braucht man die „Entschlussfreudigkeit“ (Selbstbewusstsein sich etwas zuzutrauen) und die Tatkraft etwas einfach anzupacken aber manchmal sind eher das „Fingerspitzengefühl“ und die Sensibilität angebracht auf die Feinheiten zu achten.
„Sicherheit“ kann wichtig sein, zum Beispiel, eine Stelle zu haben, die eine langfristige Perspektive bietet. Den Gegenpol bildet hier „Neues wagen“, sich Dinge trauen, aufgeschlossen gegenüber Menschen und neuem sein, sich weiterzuentwickeln und sich immer wieder neue Herausforderungen zu suchen. „Zielstrebigkeit“ bedeutet nicht darauf zu warten, dass einem Verantwortung und Positionen angeboten werden, sondern eben auch Ansprüche zu erheben, zu äußern das man die Verantwortung übernehmen will. Ergänzend steht hier die „Geduld“, sich in neues einzuarbeiten, sich durchzubeißen. Seinem „Bauchgefühl“ zu vertrauen (auch wenn das abgedroschen klingt und oft belächelt wird) ist sehr wichtig, dabei sollte man jedoch die „Bodenhaftung“ nicht verlieren, sich also nicht zu viel Verantwortung aufbürden für die man noch nicht bereit ist. Dargestellt wird auch eine freie Entscheidung der Frau darüber, was wie gewichtet wird, da die Holzstücke die gleiche Größe haben kann ihnen die Frau individuelles Gewicht zuordnen. Die Vielzahl der Holzstücke (ist letztlich beliebig erweiterbar) verweist auch darauf, dass immer viele Aspekte die Balance beeinflussen. Sowohl die Entscheidung für oder gegen etwas, als auch die Gewichtung von Dingen spielen eine Rolle. Die Person selbst als Entscheidungsträger bildet den Schwerpunkt. Als Träger des Ganzen hat sie alles in der Hand und kann die Gewichtung steuern. Die Frau wird als aktives und selbstbestimmtes, engagiertes Wesen dargestellt. Sie ist nicht passiv und durch äußere Umstände gesteuert und gelenkt, sondern sie verarbeitet aktiv Geschehnisse in der Umwelt. Sie trifft eigenständig Entscheidungen und entscheidet selbst, was sie mit nimmt und was sie auslässt. Sie ist sie selbst mit all ihren verschiedenen Facetten. Sie ist gefestigt und hat eine innere Klarheit über das, was sie möchte. Diese Klarheit wird auch durch die gewählte weiße Farbe des Exponates gespiegelt. Sie ist engagiert und trägt das, was sie tut. Sie ist authentisch. Die Figur wird lediglich als (personifizierte) Silhouette dargestellt, so, dass sie sich darin erkennt, aber auch der Betrachter sich in ihr wiederfinden kann. Der Betrachter soll durch die Figur angeregt werden sich mit seiner eigenen Gewichtung der Dinge auseinanderzusetzen. Die Holzstücke sind deshalb flexibel austauschbar, sie können heruntergenommen oder hinzugefügt werden, so können individuelle Gewichtungen getestet werden können. Führt der Betrachter eine „Schieflage“ der Figur durch deren Bewegung herbei, kann er anschließend entscheiden, was er für sich wie gewichten möchte um die Balance wiederherzustellen.  Das zentrale Thema „Balance“ zeigt sich vor allem in der Wippe. Bei einer unausgewogenen Gewichtung der Holzstücke (Begriffe) besteht die Möglichkeit des „aus dem Gleichgewicht geraten“ zwar, allerdings nur in sehr begrenztem Maß. Kleine Schwankungen „Ausflüge“ in die eine oder andere Richtung werden zur Orientierung genutzt und damit letztlich dazu, die Balance zu finden. Somit werden gleichermaßen Flexibilität und Anpassungsfähigkeit bei gleichzeitiger Sicherheit durch die feste Verankerung auf der Bodenplatte gewährleistet. Der genutzte Werkstoff Holz stellt eine Verbindung zur Natur (Landleben von Frau Dr. Abke) dar. Außerdem ist Holz ein lebendiger Werkstoff, der „arbeitet“, sich also mit der Zeit verändert. Er stellt somit auch die Möglichkeit, oder vielleicht sogar die Notwendigkeit dar, sich weiterzuentwickeln, sein Selbstkonzept zu verfeinern. Das Leben besteht aus ständigem abwägen und der daraus resultierenden Veränderung. Ereignisse und Erfahrungen in der Lebensgeschichte können mit Veränderungen im Denken und Handeln und bei der Betrachtung der Relevanz von Dingen einhergehen.